Heutzutage ist einfach vieles zu kompliziert und komplex, so daß kein richtiger Spielspaß auf Dauer aufkommen kann, da man mit vielem beschäftigt ist, nur nicht mit dem eigentlichen Gameplay. Früher war eben nicht alles besser, aber für damalige Verhältnisse einfach perfekt.
Klar ist heute Sound, Grafik und Technik verbessert. Es gibt deutlich mehr Steuerungsmöglichkeiten durch verbesserte Controller und erweiterte Eingabemöglichkeiten, aber wer verkraftet das heute denn noch? Damals konnte ich meinen SNES-Controller gegen die Wand schmeißen und er ging nicht kaputt. Heute? Kurz am Analogstick des N64 gewackelt und er bricht ab, etwas zu fest auf die Analogbuttons des Dreamcasts gedrückt und sie zerbrechen. Genauso die Konsolen! Laserfehljustierung, klapprige CD-Laden, Überhitzungsprobleme, Resets. Die Spiele sind nicht besser. Schaut euch die Bugs in MSR an. Oder in Tomb Raider. Oder, oder, oder...
Was die Spiele und das Gameplay ansich anbelangt, möchte ich versucht sein, die heutigen Spiele als besser anzusehen. Leider sind sie für mich zu kompliziert und es werden zu viele Durchschnittstitel entwickelt. Echte Perlen sind selten geworden. Das langweilt einfach auf Dauer. Man muß auch häufig erst eine Doktorarbeit schreiben und 5 Jahre studieren, um zu kapieren, wie man Extrawaffe A an Bionicarm B in Raum X auf Gegener 7 richtet, um damit auch gleichzeitig einen Billiardeffekt zu erzielen, der auch Gegner 3 in Raum Z vernichtet, da man ansonsten keine Zeit mehr hat und selber draufgeht. Oder warum muß ich in Mario64, Banjo&Kazooie oder anderen 3D-Jump'n Runs immer wieder die gleichen Level/Gebiete abklappern, um mit neuen Extras irgendwelche vorher unzugänglichen Plateaus zu erreichen auf denen ich einen neues Extra finden, welches mich in einem anderen bereits abgeklapperten Gebiert irgendwo doch weiterbringt.
Was bin ich gerne bei Super Mario World einfach über die Plattformen und auf die Köpfe der Gegner gesprungen. Das war herrlich unkompliziert und benötigte dennoch viel Geschick, so daß man wirklich erfüllt und stolz war, wenn man es gepackt hatte. Heute bin ich einfach nur froh, wenn ich etwas geschafft habe, damit ich mir selber einreden darf, daß ich das Geld nicht für Dreck aus dem Fenster geschmissen habe, sondern das Spiel auch tatsächlich beendet habe. Manchmal habe ich auch sogar gegen Ende ein klein wenig Spaß. Ja, kommt selten, aber manchmal halt doch vor.
Ich bin mittlerweile weitaus vorsichtiger geworden, was den Kauf von neuen Titeln anbelangt. Lieber spiele ich mehrere Woche gar nicht als daß ich wieder ein Langweilspiel mein Eigen nennen darf, welches ich eh nur 1-2 Stunden zocke, um es danach angeödet in die Ecke zu pfeffern (z.B. Shadowman, Revolt, Headhunter, etc.).