Tao Feng angespielt
(Michael) Mit Beat´em Ups sieht es bisher auf der Xbox eher mau aus. Jetzt kommt von "Microsoft" selbst ein Prügler, der es dem bisherigen Platzhirsch "Dead Or Alive 3" sehr schwer machen wird.
Mit dem Co-Entwickler der "Mortal Kombat"-Reihe ist den Jungs von "Microsoft" ein äußerst kompetenter Partner ins Entwicklerstudio "Studio Gigante" geschneit.
Dessen Handschrift sieht man "Tao Feng" auch durchaus an, allerdings müssen wir auf "Finish Him" verzichten.
Die Story von "Tao Feng" ist kurz und überflüssig (der Gewinner des Turniers wird unsterblich!!), aber das sind wir von Beat´em Ups ja schon gewohnt.
Bei "Tao Feng" stehen Euch insgesamt dreizehn Kämpfer zur Verfügung, von denen einer allerdings erst freigespielt werden müssen.
Die andern zwölf stehen von Anfang an zur Auswahl und bieten die übliche Palette von Männern, Frauen und Dämonen.
Auch bei den zur Verfügung stehenden Modi hält sich "Tao Feng" an die scheinbare Abmachung, dass es außer Quest-Mode und Versus-Mode eigentlich nichts zu geben braucht.
Zwar ist der Kampf Mensch gegen Mensch immer noch die spannendste Möglichkeit bei Kampfspielen, aber auch der Quest-Mode bietet bei "Tao Feng" genug Abwechslung und Herausforderung für laue Sommernächte.
Zwei verfeindete Gruppen stehen sich nämliche gegenüber und Ihr müsst mit jedem Kämpfer der einen Gruppe gegen alle Kämpfer der anderen Gruppe antreten, um letztendilch die Unsterblichkeit zu erringen. Dabei steigert sich der Schwierigkeitsgrad nach jedem Kampf und sorgt ab und zu für heftige Frustreaktionen.
Das Kampfsystem von "Tao Feng" ist ein wenig anders als bei den meisten anderen Beat´em Ups. So gibt es beispielsweise keine Kampfrunden, sondern nur drei Gesundheitsbalken, die nacheinander aufgebraucht werden. So kommt man letztlich auch auf drei Gewinnrunden mit dem Unterschied, dass die Gesundheit des "Rundensiegers" nicht aufgefüllt wird und so sehr knappe Entscheidungen entstehen.
Ansonsten verfügt "Tao Feng" über das übliche Schlag-/Tritt-/wurfpotential, dass man für ein Beat´em Up benötigt.
Es gibt jeweils eine Taste für leichte Tritte/ Schläge und schwere Tritte/Schläge. Dazu kommt noch eine Taste für die Chi-Attacke (nur möglich wenn die Chi-Anzeige gefüllt ist) und mit den Schultertasten könnt Ihr Euch an Objekten abstoßen oder Verletzungen teilweise regenerieren. Diese entstehen durch häufiges Blocken oder starke Schläge und können dazu führen, dass Eure Attacken nur noch die halbe Stärke haben.
Bei der Grafik hält sich "Microsoft" an das Bewährte und präsentiert ein solides Spektrum an detaillierten Kämpfern und großen Kampfarealen, in denen alles mögliche zerstört werden kann. Die Bewegungen der Kämpfer erinnern allerdings sehr stark an "Mortal Kombat" und das ist ja nicht jedermanns Geschmack.
Leider sieht es so aus, als ob "Microsoft" eine entschärfte Version von "Tao Feng" rausbringen will und das Verletzungsmodell komplett weglas
sen wird. Das wäre sehr schade, denn gerade die stärker werdenden Verletzungen an den Kampfern sehen wirklich sehr gelungen aus und machen viel vom Flair des Spiels aus. Die Entscheidung ist vor allem deshalb unverständlich, da dies Verletzungen nicht übertrieben blutig dargestellt sind und dem Spieler eher demonstrieren, dass solche Kämpfe nicht unbeschadet überstanden werden.
"Tao Feng: The Fist of Lotus" ist ein gelungenes Beat´em Up und wird schon bald eine Fangemeinde haben. Ob es reicht um "Dead or Alive" vom Thron zu stoßen bleibt abzuwarten, aber die Zeit bis zum vierten Teil verkürzt "Tao Feng" auf jeden Fall
published 3.4.2003 19:45 Uhr
Tao Feng: The Fist of Lotus
Hersteller: Microsoft
Genre: Beat em up
Termin: TBA
Ersteindruck: sehr gut
URL:
http://www.xbox.com