Hab mir jetzt mal Halo Legends reingezogen. Generell finde ich Halo Legends durchaus interessant mit einigen guten Ansätzen, leider wird viel zu viel verschwendet und häufig harmonieren Szenario und Zeichenstil schlichtweg nicht miteinander oder aber das Drehbuch ist miserabel geschrieben. Somit überwiegt in manchen Episoden, die teilweise grundverschieden sind, leider das Schlechte. 343 Industries hätte hier zudem origineller an die Sache rangehen müssen. Die Mischung aus Anime und Halo Universum funktioniert nur dann, wenn typische Animebestandteile außen vor gelassen werden. Tiefpunkt der Mischung ist mMn die Episode "The Duel", dessen Zeichenstil, im Gegensatz zu vielen Amazon Rezensionen, ich durchaus mochte, allerdings nur die Technik - das Mischmasch aus Eliteuniversum und asiatischer Kultur ist unerträglich einfallslos und kitschig. Etwas, das man in Halo Spielen zum Glück noch nie sah und alleine den japanischen Anime-Verantwortlichen zu Schulde kommt. Sollte 343 Industries dies in Zukunft weiterführen, werde zumindest ich mich überhaupt nicht mehr für die Allianz bzw. Eliten interessieren.
Ich finde auch den Zeichenstil von "Homecoming", "The Babysitter", "Prototype" und vor allem der absolut furchtbaren "Odd One Out"-Episode nicht gerade besonders gut, aber auch nicht abgrundtief schlecht. Das Problem ist nur das er über weite Strecken nicht so sehr dazu passt. Viel, viel schlimmer als der Zeichenstil sind aber die Drehbücher, die aus guten Ansätzen von Frank O'Connor bestehen, aber von den Japanern in den Sand gesetzt werden ... und zwar fast durchgehend.
Odd One Out ist dabei gar keine Erwähnung wert, die Parodie auf Halo funktioniert zu keinem Zeitpunkt. Homecoming hat einen der interessansten Ansätze (Spartans in der Jugend und in der Schlacht...), wird aber in den Sand gesetzt dank Gefühlskitsch. Selbiges gilt für Prototype, wo es um einen gefühlskalten Commander geht - die Geschichte zieht an einem vorbei und der emotionale Anspruch wird zu keinem Zeitpunkt erfüllt. The Babysitter schildert recht gut (aber dennoch oberflächlich) die Beziehung zwischen Helljumpers und Spartans, ist dabei aber recht ansehnlich präsentiert und spannend gestaltet.
Absolut positiv muss man aber The Package und Origins hervorheben. The Package ist ein reiner Computeranimationsfilm, versucht gar nicht erst groß Emotionalität heraufzubeschwören, sondern setzt auf pure Epicness. Hier kämpft sich der Master Chief höchstpersönlich durch eine Flotte der Allianz, zusammen mit anderen Spartans. Ein netter Ausblick auf Reach. Origins dann ist eine gute Zusammenfassung des Halo Universums, sowohl gut geschrieben (wobei mir Cortana nen Hauch zu theatralisch spricht), aber noch besser visuell gezeichnet - das schaut wirklich sehr geil teilweise aus (insbesondere Teil 2 der Origins).
Das waren jetzt mal meine 2 Cents zu Halo Legends... wie gesagt, ich mag die Idee um Halo eine Kurzfilmserie zu machen, allerdings würde eine andere Richtung mehr passen. Anime passt einfach nicht dazu ... insbesondere die typischen Animeelemente funktionieren schlichweg nicht. Wie das ganze ausgeschaut hätte, wenn Studio Ghibli oder Studio Madhouse das inszeniert hätten, bleibt Wunschdenken - hätte aber definitiv mehr Anspruch und Niveau vermittelt. Insbesondere nach Halo 3: ODST, das es geschafft hat gleich zwei tolle Geschichten nebenbei zu erzählen und dabei eine großartige, melancholische Atmosphäre aufzubauen, hätte ich mir deutlich mehr von erzählerischen Seite von Halo Legends erhofft.